Anekdoten über die Jungfrau Maria
Der Schrein, wo Johannes Paul II. sein Herz zurückließ
In Kleinpolen, nahe Wadowice und etwa vierzig Kilometer von Krakau entfernt, liegt das von den Bernhardiner-Franziskanern betreute Heiligtum Kalwaria Zebrzydowska. Es ist ein einzigartiges Marienheiligtum: Es vereint einen monumentalen Kreuzweg mit zahlreichen Kapellen und Einsiedeleien, die sich in einer dem Jerusalem nachempfundenen Berglandschaft verteilen, und einem Marienschrein, in dem das Bild der Muttergottes von Kalwaria, der Jungfrau mit dem Kind, verehrt wird. Sein offizieller Name lautet „Heiligtum der Passion des Herrn und der Muttergottes von Kalwaria Zebrzydowska“.
Die Ursprünge des Kalvarienbergs lassen sich auf Mikołaj Zebrzydowski, Woiwode von Krakau, zurückführen, der ihn Anfang des 17. Jahrhunderts, inspiriert vom Heiligen Land, errichten ließ. Er umfasst eine Reihe von Kapellen und Wegen, die die Orte der Passion Christi symbolisieren. Bereits in diesem Jahrhundert wurden Wallfahrten organisiert, sowohl solche, die sich auf die Passion Christi als auch auf Marienmysterien konzentrierten. Der Kalvarienberg entwickelte sich zu einem der größten Wallfahrtsorte Polens und war besonders während der Karwoche und an Marienfesten sehr beliebt. Die Verehrung des Marienbildes wird mit zahlreichen Gnaden und Heilungen in Verbindung gebracht, und Votivgaben sind zahlreich. In den verfügbaren Quellen finden sich jedoch keine Belege für konkrete Wunder mit Namen und Daten.
Das 20. Jahrhundert verband dieses Heiligtum für immer mit dem Namen eines Jungen aus dem nahegelegenen Wadowice. Schon als Kind pilgerte Karol Wojtyła mit seinen Eltern nach Kalwaria; die Gläubigen der Region erzählen oft, dass der spätere Papst dort, angeleitet von seinem Vater, „mit Maria beten lernte“. Als Erzbischof von Krakau förderte er die Feierlichkeiten, und später, als Johannes Paul II., besuchte er Kalwaria 1979 und 2002. Er nannte es das Heiligtum seiner Zuneigung und vertraute sein Wirken, die Kirche und seine Heimat der Mutter Gottes an. 1999 wurde der Komplex aufgrund seines einzigartigen Wertes als barocker Kalvarienberg, der sich harmonisch in die Landschaft einfügt, in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.
Die Bilder des Papstes in Kalvarienberg, wie er die Jungfrau Maria um Beistand für sein Wirken bittet, sind vielen Polen lebhaft in Erinnerung geblieben – eine tiefe Hingabe, die er selbst in Predigten und Gebeten zum Ausdruck brachte. Rosenkranz und Mariengebet begleiten selbstverständlich den Weg durch die Kapellen und entlang der Pfade des Kalvarienbergs, in einem Heiligtum, wo das Leiden Christi und das Herz Mariens gemeinsam betrachtet werden.
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