Die Königin, die vom Hügel der Maya aus missioniert

Anekdoten über die Jungfrau Maria

Die Königin, die vom Hügel der Maya aus missioniert

Izamal (Mexiko) (16. Jahrhundert)

La Reina que evangeliza desde el cerro de los mayas
Convento de San Antonio, Izamal (Yucatán, México). Foto: Sharon Hahn Darlin, Wikimedia Commons (CC BY 2.0)

In Izamal, einer Stadt auf der Halbinsel Yucatán, wurde der Marienschrein nicht einfach irgendwo errichtet: Er steht auf alten präkolumbischen Plattformen, in einem ehemals bedeutenden Maya-Ritualzentrum nahe dem Hügel Kinich Kakmó. Dort wählten die Franziskaner nach der Eroberung eines ihrer wichtigsten Missionszentren und gründeten um 1550/60 das Kloster San Antonio de Padua, dessen riesiges Atrium heute zu den größten in ganz Amerika zählt.

Das als „Unsere Liebe Frau von Izamal“ verehrte Bildnis ist im sevillanischen Stil gehalten und stammt höchstwahrscheinlich aus Spanien aus dem 16. Jahrhundert. Es wurde in die Evangelisierung der Region integriert. Die Bevölkerung kennt sie als „Königin und Schutzpatronin von Yucatán“. In der lokalen Frömmigkeit wird die Wandlung Izamals von einem „Ort der Götzenbilder“ zu einem Marienheiligtum als Zeichen dafür gedeutet, dass Maria das alte religiöse Zentrum in Besitz nahm, um es zu Christus zu führen. Diese tief verwurzelte theologische und symbolische Deutung findet jedoch keine Bestätigung durch Archivdokumente.

Donde antes se rendía culto al sol, la Madre del verdadero Sol levantó su trono: María no destruyó la casa de aquel pueblo, sino que la llenó de luz nueva.

Die Überlieferung verbindet die Jungfrau Maria mit dem Franziskanerbruder Diego de Landa, der für seine Rolle bei der Zerstörung von Maya-Codices und später für sein Werk „Relación de las cosas de Yucatán“ (Bericht über die Dinge in Yucatán) bekannt ist. Er war mit den wichtigsten Klöstern der Region verbunden, darunter Maní und Izamal. Historisch gesehen war Izamal ein bedeutendes franziskanisches Missionszentrum, in dem die Marienverehrung gefördert wurde. Die konkrete Zuschreibung, dass er dieses Bildnis gebracht und auf jenem Altar aufgestellt hat, lässt sich jedoch nicht durch leicht zugängliche Primärquellen belegen: Es ist nicht eindeutig belegt, erscheint aber angesichts seiner Anwesenheit in der Gegend als plausible Überlieferung.

Izamal ist einer der wichtigsten Wallfahrtsorte im Südosten Mexikos. Gläubige reisen aus ganz Yucatán zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem LKW an und bringen Votivgaben, Versprechen und Zeugnisse empfangener Gnaden dar. Das Phänomen ist vollständig nachweisbar, obwohl jedes einzelne Wunder ein Glaubensbekenntnis bleibt. Das Gnadenbild wurde kanonisch gekrönt und kirchlich anerkannt; ein Höhepunkt war die öffentliche Verehrung durch den heiligen Johannes Paul II. während seines Besuchs, die seine Schutzherrschaft über Yucatán unterstrich. Der Rosenkranz begleitet das Leben im Heiligtum als gängige Marienverehrung, obwohl es keine Aufzeichnungen über eine spezifische Rosenkranztradition bei der Gründung gibt.

Fuentes: Arquidiócesis de Yucatán y crónicas de la visita papal de san Juan Pablo II; fuentes locales y de divulgación sobre la Virgen de Izamal y el convento de San Antonio de Padua; «Relación de las cosas de Yucatán» de fray Diego de Landa (contexto histórico).

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