„Die Prinzessin, die Ritter und Liesses Freude“

Anekdoten über die Jungfrau Maria

„Die Prinzessin, die Ritter und Liesses Freude“

Liesse-Notre-Dame, Soissons (Frankreich)

Basílica de Nuestra Señora de Liesse (Francia). Foto: Vassil, Wikimedia Commons (CC0)

In der Region Laon in Nordfrankreich steht die Basilika Notre-Dame de Liesse, Unsere Liebe Frau der Freude. Schon der Name des Dorfes, Liesse-Notre-Dame, zeugt von der Bedeutung des Heiligtums für die lokale Identität, das jahrhundertelang Ziel bedeutender Wallfahrten war, darunter auch jener französischer Könige und Adliger.

Die Gründungslegende erzählt, dass im 12. Jahrhundert drei Ritter aus der Region Laon während der Kreuzzüge von einem Emir in Ägypten gefangen genommen wurden. Die Tochter des Emirs, in manchen Versionen Ismérie genannt, interessierte sich für ihren Glauben, und sie erzählten ihr von der Jungfrau Maria. Die Prinzessin bat um ein Bildnis der Jungfrau Maria; die Ritter, mittellos, beteten, und auf wundersame Weise erschien eine Marienstatue. Durch ihre Fürsprache wurden sie befreit und mit dem Bildnis nach Frankreich zurückgebracht. Die Freude der Bevölkerung über die Ankunft der Statue und die Erzählung war so groß, dass der Ort Liesse, „Freude“, genannt wurde, und dort wurde das Heiligtum errichtet.

De la alegría de aquel reencuentro tomó el pueblo su nombre.

Seien wir ehrlich und deutlich: Die Geschichte der Ritter, des Emirs und der Prinzessin ist eindeutig legendenhaft. Dies wird sowohl von historischen Studien als auch von der seriösen Darstellung des Heiligtums bestätigt: Es gibt keine Dokumente aus der Zeit der Kreuzzüge, die die Namen oder Details belegen. Sie erscheint in späteren Andachtstexten als erbauliche Erzählung. Belegt ist jedoch, dass in Liesse im 12. und 13. Jahrhundert ein Marienkult mit einem Bildnis und Wallfahrten existierte und dass das Heiligtum im Mittelalter und der Frühen Neuzeit häufig besucht wurde. Das ursprüngliche Bildnis wurde durch Brände, Kriege und die Revolution beschädigt; das heutige ist eine Schwarze Madonna.

Die Legende hebt ein wertvolles Detail hervor: die Begegnung und der gegenseitige Respekt zwischen Christen und einer jungen Muslimin, die sich um die Figur Marias drehen. Es besteht kein spezifischer historischer Bezug zum Rosenkranzgebet; die Andacht ist Teil einer umfassenderen Marienverehrung.

Fuentes: tradición y estudios del santuario de Notre-Dame de Liesse. Es leyenda piadosa medieval el relato de los caballeros, el emir y la princesa Ismérie; está documentado el culto mariano con peregrinaciones desde los siglos XII-XIII. Un vínculo histórico específico con el Rosario no consta.

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