„Ich bin schwarz, aber schön: die Madonna von Tindari“

Anekdoten über die Jungfrau Maria

„Ich bin schwarz, aber schön: die Madonna von Tindari“

Tindari, Sizilien (Italien)

Santuario de Tindari (Sicilia). Foto: Benjamín Núñez González, Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Hoch oben auf einem Felsvorsprung mit Blick auf das Tyrrhenische Meer, über den Ruinen des antiken Tyndaris in Sizilien, thront die Madonna Nera di Tindari, Unsere Liebe Frau von Tindari, eine Schwarze Madonna mit dem Christuskind. Der Ort mit seiner atemberaubenden Landschaft zählt zu den beliebtesten Marienwallfahrtsorten der Insel.

Die bekannteste Legende des Heiligtums erzählt von einer Frau, die beim Anblick des dunklen Bildes der Jungfrau Maria über deren schwarzes Gesicht überrascht oder gar verächtlich war und sagte, ihr eigenes Bild in ihrer Heimat sei schöner. Der Sage nach stürzte in diesem Moment ihr kleiner Sohn von der Klippe. Als sie die Jungfrau Maria anrief, erhob sich auf wundersame Weise eine Sandzunge aus dem Meer, fing das Kind auf und rettete es. Dieser lagunenartige Strand, der noch heute am Fuße des Vorgebirges zu sehen ist, wird in der Volksfrömmigkeit mit diesem Wunder in Verbindung gebracht. Am Fuße des Bildes befindet sich eine Inschrift mit den Worten aus dem Hohelied: „Nigra sum, sed formosa“ – „Ich bin schwarz, aber schön.“

«Negra soy, pero hermosa»: la Madre respondió a la duda no con reproche, sino salvando a un niño.

Es ist wichtig, zwischen Tradition und Geschichte zu unterscheiden. Die Geschichte der Frau, des Kindes und des Sandes, der es rettete, gehört zur frommen Legende des Heiligtums, die von Generation zu Generation weitergegeben wurde; sie ist kein dokumentierter historischer Bericht, und ihre Details sollten als Tradition dargestellt werden. Im Gegensatz dazu sind das hohe Alter des Kultes der Madonna Nera in Tindari und die Existenz des Heiligtums an der Stelle der antiken griechischen Siedlung weithin belegt. Wo keine dokumentarische Gewissheit besteht, ist es richtig, zu sagen, dass es nicht dokumentiert ist.

Der Rosenkranz begleitet die Marienverehrung von Tindari wie in jedem anderen Heiligtum, ohne dass es eine bestimmte Begebenheit gäbe, die ihn speziell mit dem Ursprung dieser Verehrung in Verbindung brächte.

Fuentes: tradición del santuario de Tindari y bibliografía mariana siciliana. Es leyenda piadosa el relato del niño salvado por la arena; está atestiguada la antigüedad del culto a la Virgen negra y la existencia del santuario. Detalles que no figuran en documentación firme no constan. El Rosario acompaña la devoción sin vínculo fundacional específico.

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