Anekdoten über die Jungfrau Maria
„Die Jungfrau von Caacupé: die hinter dem Baum verborgene Statue“
In Caacupé, der „spirituellen Hauptstadt Paraguays“, wird die Schutzpatronin des Landes, Unsere Liebe Frau der Wunder, verehrt. Jedes Jahr am 8. Dezember, dem Hochfest der Unbefleckten Empfängnis, pilgern Hunderttausende aus allen Teilen des Landes zu ihrer Basilika – eine der größten Glaubensdemonstrationen Südamerikas.
Eine fromme, seit der Kolonialzeit überlieferte Legende erzählt von einem einheimischen Mann, der bereits Christ war und im Volksmund als José bekannt ist. Auf der Flucht versteckte er sich hinter einem Baum, rief die Jungfrau Maria an und versprach, dass er, sollte sie ihn retten, ein Bildnis von ihr aus dem Holz schnitzen würde. Nachdem die Gefahr vorüber war, hielt er sein Versprechen und schnitzte ein Marienbildnis aus dem Holz.
Wie bei so vielen amerikanischen Andachtsbräuchen ist es wichtig, zwischen der Ursprungsgeschichte, die einer später gesammelten Tradition angehört, und den dokumentierten kirchlichen Ereignissen zu unterscheiden. Der Name der indigenen Person und die genauen Details der Flucht gehören zum kollektiven Gedächtnis; es gibt keine zeitgenössischen Dokumente, die ihre historische Genauigkeit garantieren.
Gut dokumentiert sind die tiefe Verehrung, der Ausbau des Heiligtums zur heutigen Basilika, die kanonische Krönung des Bildes und die nationale Feier am 8. Dezember, an dem ganz Paraguay nach Caacupé pilgert. Die dem Bild zugeschriebenen Gnaden und Wunder sind vor allem durch Votivgaben und Danksagungen bekannt, nicht durch eine systematische, kritische Aufzeichnung.
🌹 Eine Blume für die Jungfrau
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