Unsere Liebe Frau der Schmerzen von Castelpetroso

Unsere Liebe Frau der Schmerzen von Castelpetroso

Europa · Italien

Was ist passiert

In der Gegend von Cesa tra Santi, in den Bergen von Castelpetroso (Provinz Isernia, Region Molise), behaupteten zwei einheimische Bäuerinnen, Fabiana Cicchino – genannt Bibiana – und Serafina Valentino, beide um die dreißig, am 22. März 1888, ein Licht aus einem Felsspalt aufsteigen gesehen zu haben. Als sie sich näherten, sahen sie die Jungfrau Maria, kniend vor dem Leichnam Jesu Christi, in einer Pietà-Szene: die Mutter auf einem Knie, ihr Herz von sieben Schwertern durchbohrt, die Arme ausgestreckt und den Blick zum Himmel gerichtet, weinend, während zu ihren Füßen der blutige Leib Christi lag. Der Überlieferung nach erschien das Licht erstmals am 12. März und die endgültige Erscheinung am 22. März. Diese Ikonographie wird heute im Heiligtum verehrt. Dass die Vision vor anderen Menschen wiederholt wurde, sowie die ausführlichen Dialoge, die einige Berichte ergänzen, gehören zur Andachtstradition und sollten als fromme Erweiterungen und nicht als streng verifizierte Geschichte betrachtet werden.

Die Botschaft der Jungfrau

Der wörtliche Wortlaut der mündlichen Botschaft findet sich nicht in den uns vorliegenden, verifizierten Dokumenten, daher verzichten wir darauf, ihr bestimmte, unbestätigte Worte zuzuschreiben. Die Erscheinung war vor allem ein eindrucksvolles Bild: die Schmerzensmutter, deren Herz von sieben Schwertern durchbohrt war, kniete vor ihrem toten Sohn. Die Verehrung wurde traditionsgemäß mit den Schmerzen Mariens verbunden, die zu Mitgefühl für Christi Leiden, Buße und Sühnegebet aufrufen. Die Bedeutung der Botschaft wird in dieser Pietà-Szene eher sinnend erfasst als gehört.

Das Heiligtum heute

Nachdem die Ereignisse seelsorgerisch gewürdigt worden waren, beschloss man, an der Erscheinungsstelle ein Heiligtum zu errichten. Der Grundstein wurde am 28. September 1890 gelegt, und die Kirche wurde im neugotischen Stil mit monumentaler Grundrisslinie erbaut; sie ist heute das wichtigste Marienheiligtum in Molise. Das Heiligtum stellt die Erscheinungsszene ikonografisch dar: In der Kapelle des sechsten Schmerzes ist die Vision exakt abgebildet, mit der schmerzensreichen Jungfrau, die vor ihrem toten Sohn kniet, und das Hauptbild folgt dem von den Sehern beschriebenen Vorbild, mit ihrem von sieben Schwertern durchbohrten Herzen. Das Heiligtum beherbergt zahlreiche Votivgaben, die von Gnaden zeugen, die der Fürsprache Unserer Lieben Frau der Schmerzen zugeschrieben werden.

Die Anerkennung der Kirche

Der Bischof von Bojano, Monsignore Francesco Macarone Palmieri, besuchte den Ort persönlich am 26. September 1888. Nach eingehender Untersuchung der Ereignisse beschloss er, ein Heiligtum zu Ehren Unserer Lieben Frau der Schmerzen zu errichten und berichtete Leo XIII. davon, da er die Erscheinungen aufgrund von Bibianas Zeugnis für authentisch hielt. Diese Geste wird als bischöfliche Billigung der Verehrung und des öffentlichen Gottesdienstes interpretiert, nicht als dogmatische Definition des Wesens der Visionen. Diese Anerkennung gipfelte in zwei päpstlichen Akten: Am 6. Dezember 1973 erklärte Papst Paul VI. Unserer Lieben Frau der Schmerzen von Castelpetroso zur „Himmlischen Schutzpatronin von Molise“, und am 21. September 2013 erhob Papst Franziskus das Heiligtum zur Basilica minor. Der Ort wurde auch von Papst Johannes Paul II. am 19. März 1995 und von Papst Franziskus am 5. Juli 2014 besucht.

Eine Gnade, die das Herz berührt

Die am tiefsten verwurzelte Anekdote in Castelpetroso ist die Vision, die dem Bischof selbst zugeschrieben wird. Als der Ruhm der Marienerscheinungen wuchs, bestieg Bischof Macarone Palmieri am 26. September 1888 den Berg. Dort angekommen, fand er Menschen vor der erleuchteten Felsspalte betend vor, „genau wie Bibiana es beschrieben hatte“. Laut der in zuverlässigen katholischen Quellen überlieferten Tradition blickte er hinein und hatte ebenfalls die Gnade, die Schmerzensmutter mit ihrem toten Sohn zu ihren Füßen zu sehen. Es ist belegt, dass der Bischof die Ereignisse untersuchte, das Heiligtum förderte und die Verehrung offiziell anerkannte. Dass er die Erscheinung selbst so sah, wie die Seher sie beschrieben hatten, ist fest im lokalen Gedächtnis verankert und wird von katholischen Medien zitiert. Da der entscheidende Text seiner ursprünglichen Aussage jedoch nicht erhalten ist, sollte sie eher als anerkannte Tradition denn als rechtlich bewiesene Tatsache dargestellt werden. Darüber hinaus zeugen die Votivgaben im Heiligtum von zahlreichen berichteten Heilungen und Gnadengaben. Es gibt keine offizielle Liste kanonisch anerkannter Wunder im Stil von Lourdes oder Fatima.

Verbindung zum Rosenkranz

Die Betrachtung der Schmerzensmutter führt naturgemäß zu den schmerzhaften Geheimnissen des Rosenkranzes, in dem Maria ihren Sohn durch sein Leiden begleitet. Das Rosenkranzgebet in Castelpetroso bedeutet, sich mit diesem mütterlichen Schmerz zu vereinen – dem Schmerz der Mutter, die vor ihrem toten Sohn kniet, ihr Herz von sieben Schwertern durchbohrt – und ihn für die Bekehrung der Sünder aufzuopfern.

Eine Blume für die Jungfrau

Bete ein Ave Maria.

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