Der Jäger glaubt und der Gute Rat

Anekdoten über die Jungfrau Maria

Der Jäger glaubt und der Gute Rat

Lac la Biche (Kanada) (19. Jahrhundert)

In der Mission Lac la Biche im heutigen Alberta brachten Oblatenmissionare Mitte des 19. Jahrhunderts ein Bildnis Unserer Lieben Frau vom Guten Rat. Dieses Gebiet war von Cree, Dene und Métis bewohnt, und die Jungfrau Maria erwarb sich schnell den Ruf einer Beschützerin von Jägern und Familien. Indigene und Métis reisten weite Strecken, um an Marienfesten teilzunehmen, insbesondere an denen rund um Mariä Himmelfahrt, wodurch sich der katholische Glaube auf natürliche Weise mit ihren eigenen Traditionen verband.

Aus jener Zeit berichten die Missionschroniken von einer herzerwärmenden Anekdote. Ein Jäger glaubte, sich während eines Wintersturms im Wald verirrt zu haben. Inmitten von Schnee und Verwirrung gelobte er, die Kirche Unserer Lieben Frau vom Guten Rat aufzusuchen, sollte er zu seiner Familie zurückkehren können. Später erzählte er den Missionaren, dass er nach dem Gebet einen Weg gefunden habe, der ihn nach Hause führte. Und er hielt Wort: Er nahm an der nächsten Wallfahrt teil und schloss sich den vielen anderen an, die den Berg bestiegen, um der Jungfrau Maria zu danken.

Perdido en la nieve, encontró el sendero después de rezar; y volvió para dar las gracias.

Es ist wichtig, zwischen den beiden zu unterscheiden. Die Anwesenheit eines Marienbildes, das von den indigenen Völkern und den Métis hoch verehrt wird, in Lac la Biche ist belegt, ebenso wie die Organisation von Wallfahrten und Marienfesten mit seiner Teilnahme. Die konkrete Geschichte des verschollenen Jägers hingegen stammt aus Missionschroniken und mündlicher Überlieferung; sie ist in einem erbaulichen Tonfall erhalten, und weder der Name des Jägers noch ein genaues Datum sind überliefert – man geht allgemein von der Zeit um 1860–1880 aus.

Abgesehen von den Fakten bleibt das Wesentliche: ein einfacher Mann, der, verloren und durchgefroren, wusste, wem er sich anvertrauen konnte, und der die Ehrlichkeit besaß, sich erneut zu bedanken.

Fuentes: Crónicas de las misiones oblatas en el oeste canadiense y estudios sobre la religiosidad indígena-católica en Lac la Biche. El relato del cazador es tradición oral edificante, sin datos verificables externos.

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