„Die Ikone, die niemand von Kykkos beachtet“

Anekdoten über die Jungfrau Maria

„Die Ikone, die niemand von Kykkos beachtet“

Troodos-Gebirge (Zypern)

Monasterio de Kykkos (Chipre). Foto: Berthold Werner, Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Im Troodos-Gebirge, im Herzen Zyperns, liegt das Königliche Kloster Panagia Kykkos, eines der bedeutendsten Klosterzentren der Insel. Dort wird eine Ikone der Jungfrau Maria vom Typus von Eleousa – der Jungfrau der Zärtlichkeit – verehrt. Sie ist als Panagia Kykkotissa oder Unsere Liebe Frau der Barmherzigkeit von Kykkos bekannt und gilt als eine der beliebtesten und wundertätigsten Ikonen der gesamten zypriotischen Christenheit.

Der Überlieferung nach wurde die Ikone vom Heiligen Lukas gemalt und befand sich in Konstantinopel. Von dort gelangte sie Ende des 11. Jahrhunderts durch die Vermittlung von Kaiser Alexios I. Komnenos, der auch das Kloster gründete, nach Zypern. Ihr auffälligstes Merkmal ist, dass die Ikone verhüllt bleibt: Der Volksglaube besagt, dass man sie nicht direkt betrachten dürfe, und einige moderne Überlieferungen behaupten sogar, dass jeder, der sie enthüllt, erblinden oder sterben werde. Diese drastische Beschreibung findet sich in neueren Andachtsschriften und ist historisch nicht belegt.

Ricamente revestido y velado, se deja amar sin dejarse mirar.

Es ist wichtig, einen Unterschied zu machen. Die Existenz des Klosters als eines der bedeutendsten in Zypern und die Verehrung und Verschleierung der Ikone sind gut dokumentiert. Seine Gründung Ende des 11. Jahrhunderts unter Alexios I. Komnenos wird jedoch als Gründungslegende überliefert, nicht als gesicherte Urkunde; die Urheberschaft des Heiligen Lukas und eine unbestrittene kritische Datierung der Ikone sind nicht belegt. Zu den Andachtsberichten gehört der von 1760, in dem der Jungfrau von Kykkos der Schutz der Insel vor einer Heuschreckenplage zugeschrieben wird.

Es gibt keinen belegten historischen Zusammenhang zwischen Unserer Lieben Frau von Kykkos und dem Rosenkranz, noch den Ursprung einer Rosenkranzbruderschaft. Ihre Verehrung, die zutiefst orthodox geprägt ist, ist dennoch in die universelle Liebe der Christen zur Mutter Gottes eingebettet.

Fuentes: reseñas del monasterio de Kykkos y fichas iconográficas (Wikipedia, talleres iconográficos, guías del santuario). Están documentados la existencia del monasterio y el icono velado y venerado; son tradición la fundación con Alejo I Comneno, la autoría de san Lucas y el auxilio de 1760. La amenaza de ceguera o muerte a quien lo mire, y un vínculo con el Rosario, no constan.

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