„Die Kugel, die das Karmeliterkloster von Neapel nicht zerstörte“

Anekdoten über die Jungfrau Maria

„Die Kugel, die das Karmeliterkloster von Neapel nicht zerstörte“

Neapel (Italien) (1439)

Basílica del Carmine Maggiore, Nápoles (Italia). Foto: Luca Aless, Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

In Neapel, im alten Marktviertel, erhebt sich die Basilika Santa Maria del Carmine Maggiore mit dem höchsten Glockenturm der Stadt. Dort wird die Madonna del Carmine, liebevoll Madonna Bruna genannt aufgrund der dunklen Hautfarbe ihres Bildes, in einer von den Neapolitanern hochverehrten Karmeliterkirche verehrt.

Der Legende nach befahl Prinz Pedro von Aragon während der aragonesischen Belagerung Neapels am 17. Oktober 1439, eine große Kanone namens „Messinese“ auf die Kirche abzufeuern. Die gewaltige Granate traf das Gebäude, richtete aber nicht die befürchtete Verwüstung an: Weder wurde die Statue zerstört noch den Gläubigen etwas angetan. Die Bevölkerung deutete dies als ein Wunder Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel. Die Kanonenkugel wird noch heute in der Krypta der Kirche aufbewahrt. Einer frommen Version zufolge neigte sich der Kopf Christi am großen Kruzifix, die Krone fiel herunter und rettete so die Kirche.

La bala golpeó, pero no destruyó: el pueblo vio en ello la mano de la Virgen.

Wir müssen zwischen diesen beiden Dingen unterscheiden. Die Existenz der Basilika und ihre tiefe Verehrung, die aragonesische Belagerung von 1439 und der Einsatz der „Messinesischen“ Bombarde, deren Geschoss in der Krypta aufbewahrt wird, sind allesamt gut dokumentiert. Die Neigung des Hauptes Christi und die fallende Krone sowie der rein wundersame Charakter des Einschlags gehören zu einer weit verbreiteten Frömmigkeitslegende, obwohl sie durch kritische Quellen nicht belegt ist. Es ist nicht eindeutig geklärt, ob der Einschlag speziell den Glockenturm traf; die Quellen beziehen sich allgemein auf das Gebäude. Die fromme Vorstellung, dass die Madonna Bruna dasselbe Bildnis vom Berg Karmel sei, das verfolgte Mönche mitbrachten, ist Legende, keine historische Tatsache.

Die Verehrung Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel ist vor allem mit der Spiritualität des Skapuliers und des Karmeliterordens verbunden, weniger mit dem Rosenkranzgebet. Obwohl der Rosenkranz weit verbreitet ist, gibt es keine Belege dafür, dass sein Ursprung in Neapel mit den Ereignissen von 1439 in Verbindung steht.

Fuentes: reseñas históricas y devocionales de Santa Maria del Carmine Maggiore (descripciones del santuario y crónica de la fiesta del 16 de julio). Están documentados la basílica, el asedio de 1439 y la bala conservada en la cripta; son leyenda devocional la cabeza de Cristo que se inclina, la corona que cae y el origen carmelitano de la imagen. El impacto preciso en el campanario y un vínculo del Rosario con el hecho de 1439 no constan.

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