Die Nacht in Lyon war voller Lichter

Anekdoten über die Jungfrau Maria

Die Nacht in Lyon war voller Lichter

Lyon (Frankreich) (1643-1852)

Auf dem Fourvière-Hügel mit Blick auf Lyon erhebt sich ein Marienheiligtum, das in der Stadt seit alters her verehrt wird. Im 17. Jahrhundert, als eine Pestepidemie Südfrankreich heimsuchte, gelobten die weltlichen und kirchlichen Autoritäten Lyons der Jungfrau Maria: Sollte die Stadt verschont bleiben, würden sie ihr eine Statue weihen und sie unter ihren besonderen Schutz stellen. 1643 bestiegen die Stadträte den Hügel in einer Prozession, um zu danken und die Stadt offiziell Maria zu weihen. Ob die Jungfrau Lyon auf wundersame Weise von der Pest befreite, ist eine Interpretation der Bevölkerung; dokumentiert sind der Kontext der Pest, das Gelübde und die Prozession.

Zwei Jahrhunderte treuer Verehrung vergingen, und das Gelübde wurde erfüllt. 1852 beschloss man, die berühmte goldene Marienstatue im Glockenturm der Kapelle von Fourvière aufzustellen. Die Zeremonie war für den 8. September, den traditionellen Marienfeiertag, geplant, doch Hochwasser der Saône erzwang die Verschiebung auf den 8. Dezember, das Fest der Unbefleckten Empfängnis. Diese Terminänderung, die zunächst wie ein Rückschlag aussah, erwies sich als Fügung des Schicksals.

Al caer la noche el cielo se despejó, y los lioneses encendieron velas en sus ventanas para honrar a su Madre.

Am Nachmittag des 8. Dezember 1852 war das Wetter unbeständig; Regen wurde befürchtet, und ein Teil des offiziellen Programms wurde gekürzt. Doch mit Einbruch der Dunkelheit klarte der Himmel auf, und spontan erleuchteten die Einwohner Lyons ihre Fenster mit Kerzen und zogen mit Lichtern durch die Straßen, um die Aufstellung der Marienstatue zu feiern. Diese einfache, herzliche Geste entsprang dem Herzen eines dankbaren Volkes. Seitdem stellen die Lyoner jedes Jahr am 8. Dezember ihre Lumignons – kleine Kerzen in Gläsern – auf ihre Fensterbänke als Zeichen der Dankbarkeit und des Vertrauens in Maria. Aus diesem Brauch entwickelte sich das heutige Lichterfest (Fête des Lumières), ein mehrtägiges, großes Fest.

Jedes Jahr findet eine Fackelprozession von der Kathedrale Saint-Jean zur Basilika Notre-Dame de Fourvière auf dem Hügel statt. Diese Wallfahrt vereint Marienverehrung, lokale Tradition und Volksfest, an der ganze Familien teilnehmen. Bezüglich des Rosenkranzes findet sich in den Quellen kein spezifischer oder grundlegender Zusammenhang zwischen dieser Marienverehrung und dem Rosenkranzgebet. Da es sich um einen bedeutenden Marienwallfahrtsort handelt, ist es nachvollziehbar, dass dort häufig der Rosenkranz gebetet wird, insbesondere am 8. Dezember. Dies gehört jedoch zur allgemeinen Marienfrömmigkeit und ist kein Alleinstellungsmerkmal von Fourvière.

Fuentes: Wikipedia en español, «Fête des Lumières»; France-Voyage, «Fiesta de las Luces»; «Historia de la Fiesta de las Luces de Lyon»; Euronews y otros materiales divulgativos sobre el origen de la fiesta.

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