Anekdoten über die Jungfrau Maria
„Unsere Liebe Frau von Kibeho: die Mutter des Wortes, die um Ruanda weinte“
Im Süden Ruandas, in der Diözese Gikongoro, ereigneten sich ab dem 28. November 1981 im Internat Kibeho Marienerscheinungen, die die Kirche später als die ersten offiziell anerkannten in Afrika verehrte. Die Jungfrau Maria präsentierte sich als „Nyina wa Jambo“, die Mutter des Wortes, und wird dort auch als Schmerzensmutter verehrt.
Die erste Visionärin war die sechzehnjährige Alphonsine Mumureke. Im Januar 1982 schloss sich ihr Nathalie Mukamazimpaka an, im März desselben Jahres Marie Claire Mukangango. Die Botschaften betonten Umkehr, aufrichtiges Gebet, Buße und die Vorbereitung auf die Begegnung mit Christus und warnten eindringlich vor den Gefahren von Hass und Gewalt.
Zwölf Jahre später, 1994, erlitt Ruanda einen grausamen Völkermord. Viele interpretierten diese Visionen als prophetische Vorahnungen der Tragödie. Es ist wichtig, präzise zu sein: Dokumentiert ist, dass die jungen Frauen Jahre zuvor Gewaltszenen beschrieben; die prophetische Deutung, ihr genauer Bezug zum Völkermord, ist eine spätere theologische Interpretation.
Die Kirche untersuchte den Fall jahrelang mit einer Kommission aus Theologen und Doktoren. Am 15. August 1988 weihte Bischof Jean Baptiste Gahamanyi den Ort als Wallfahrtsort Unserer Lieben Frau der Schmerzen, und am 29. Juni 2001 erklärte Bischof Augustin Misago die Echtheit der Visionen der drei Seher. Die in so vielen Werken erwähnten „geistlichen Früchte“ (Bekehrungen, Versöhnungen) beruhen auf einer durch Zeugnisse gestützten Andachtstradition und nicht auf systematischen wissenschaftlichen Studien.
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