Unsere Liebe Frau vom Haupt
Europa · Spanien
Was ist passiert
Die Überlieferung verknüpft hier Erscheinung und Bildnisfindung. Laut frommer Erzählung erschien die Jungfrau Maria im Jahr 1227 einem Hirten namens Juan Alonso de Rivas aus Colomera (Granada) auf dem Cerro de la Cabeza (Kopfhügel) im Herzen der Sierra Morena, in der Gemeinde Andújar (Jaén). Der Überlieferung zufolge sah der Hirte, dem ein Arm fehlte, ein Licht und hörte eine Glocke. Dem Licht folgend, fand er das Bildnis der Jungfrau Maria, die ihn bat, ihre Verehrung zu fördern, woraufhin sein Arm geheilt wurde. Man muss jedoch anmerken: Es gibt keine Dokumente aus dem 13. Jahrhundert, die den Bericht, der erst in späteren Jahrhunderten systematisiert wurde, genau belegen. Daher gehören das Jahr 1227 und der Name des Hirten zur frommen Überlieferung und nicht zur kritischen Geschichtsschreibung. Dokumentiert ist allerdings ein Marienheiligtum auf dem Hügel, das aus dem späten Mittelalter stammt und ab dem 15. und 16. Jahrhundert seine Blütezeit erlebte.
Die Botschaft der Jungfrau
Die Tradition überliefert keine ausführliche mündliche Botschaft, sondern vielmehr die Bitte der Jungfrau Maria, dass ihre Verehrung auf diesem Hügel gefördert und ihr ein Heiligtum errichtet werde. Die Bedeutung für die Andacht ist klar: Maria wendet sich den Ärmsten unter uns zu, den Hirten, und wählt die abgelegene Bergkette als Ort der Gnade, wodurch sie zu einem Wallfahrtsort für die einfachen Menschen wird.
Das Heiligtum heute
Das Bildnis wird im Heiligtum Unserer Lieben Frau vom Haupt auf dem Cabeza-Hügel in der Sierra Morena, in der Gemeinde Andújar (Diözese Jaén), verehrt. Es zeigt eine kleine, dunkelhäutige, sitzende Figur mit dem Jesuskind im Arm. Zum Komplex gehören eine Basilika, ein Kloster und eine Pilgerherberge. Jedes Jahr am letzten Sonntag im April findet die Wallfahrt Unserer Lieben Frau vom Haupt statt, eine der ältesten in Spanien und eine der größten in Andalusien, an der sich Bruderschaften aus vielen Städten beteiligen.
Die Anerkennung der Kirche
Die Jungfrau vom Haupt genießt in der Diözese Jaén eine anerkannte und tief verwurzelte Verehrung, die sich in der kanonischen Krönung des Bildes und der vollständigen Integration der Wallfahrt in das liturgische und pastorale Leben der Diözese widerspiegelt. In den konsultierten Quellen findet sich kein päpstliches Dekret bezüglich der Erscheinung selbst; die Verehrung des Bildes und der Titel sind das, was uneingeschränkt anerkannt ist. Das heißt, es gibt kein modernes Dekret übernatürlichen Ursprungs im Stil von Lourdes: Die Erscheinung vor dem Hirten Johannes Alonso gehört zur frommen Tradition.
Eine Gnade, die das Herz berührt
Im Heiligtum befindet sich ein Raum mit Votivgaben, darunter Krücken, Fotografien, Gedenktafeln und Schiffsmodelle – Zeugnisse der Dankbarkeit für Heilungen, überstandene Unfälle und Gefahren. Viele sind datiert und von den Spendern signiert und somit historische Dokumente der Volksfrömmigkeit. Die örtliche Gemeinde erklärt in der Regel keinen einzelnen Gegenstand zu einem „offiziellen Wunder“ mit einem entsprechenden Rechtsstreit, sondern betrachtet die Sammlung als Zeichen der Gnade.
Verbindung zum Rosenkranz
Auf dem Weg zum Hügel und während der Wallfahrt begleitet das Rosenkranzgebet die Pilger auf ihrem Weg zur Muttergottes. Sich mit dem Rosenkranz in der Hand der Jungfrau vom Haupt zu nähern, vereint die Müdigkeit der Reise mit dem vertrauensvollen Gebet der Geheimnisse.
