La Churona und die Dürre von El Cisne

Anekdoten über die Jungfrau Maria

La Churona und die Dürre von El Cisne

El Cisne, Loja (Ecuador) (um 1594)

Hoch oben in den Bergen von Loja, im kleinen Dorf El Cisne, soll die Überlieferung um 1594 eine schwere Dürre und Seuchen ausgelöst haben, die zu einer Hungersnot führten. Erschöpft wollten die Einwohner ihren Ort verlassen. Eine fromme Legende erzählt, dass ihnen daraufhin die Jungfrau Maria erschien und sie bat, den Ort nicht aufzugeben, sondern ihr dort einen Tempel zu errichten. Sie versprach ihnen, sie das ganze Jahr über mit Nahrung zu versorgen.

Sie bauten die Kirche wieder auf, der Regen kehrte zurück, die Ernte gedieh prächtig, und das Dorf blieb bestehen. Seitdem wird das Bildnis – eine Schnitzerei der Jungfrau mit dem Kind – mit großer Zuneigung verehrt, und die Gläubigen nennen sie liebevoll „La Churona“ wegen ihrer lockigen Haare.

Quedaos, y tendréis pan todo el año: la Madre prometió, y la tierra volvió a dar fruto.

Es ist wichtig, zwischen diesen Berichten zu unterscheiden. Das Erscheinen während der Dürre, das Versprechen von Nahrung und eine andere Version, die behauptet, das Bild sei im Fluss Catamayo gefunden worden, gehören zur mündlichen Überlieferung; kein zeitgenössisches Dokument aus dem Jahr 1594 bestätigt sie, und selbst Wikipedia gibt sie nur vorsichtig mit einem „Man sagt“ wieder. Auch die Identität des Bildhauers ist ungewiss: Obwohl einige Texte ihn stilistisch Diego de Robles zuschreiben, ist kein Auftragsdokument erhalten geblieben, sodass es sich um eine traditionelle Zuschreibung und nicht um eine bewiesene Tatsache handelt.

Die dokumentierten Beweise sind überzeugend: die Existenz des Heiligtums und des Bildes ist mit der franziskanischen Evangelisierung von Loja verbunden, die Verehrung findet seit der Kolonialzeit ununterbrochen statt, die kanonische Krönung wurde am 8. September 1930 gefeiert und das Heiligtum wurde 1980 von Papst Johannes Paul II. zur Basilica minor erhoben. Und die große Pilgerfahrt: Jedes Jahr am 17. August verlässt das Bild El Cisne in Richtung der Stadt Loja und verbleibt dort bis zum 1. November, begleitet von Zehntausenden von Pilgern.

Der eigentliche Name der Marienverehrung lautet „Unsere Liebe Frau von El Cisne“ und ist nicht der Name des Rosenkranzes; dennoch wird, wie in so vielen Wallfahrtsorten, der Heilige Rosenkranz bei Novenen und Prozessionen gebetet. Millionen Ecuadorianer, sowohl im In- als auch im Ausland, halten heute durch „La Churona“ ihre Verbindung zur Heimat aufrecht, und der Wallfahrtsort erhält Votivgaben, Fotos und Briefe, in denen Dankbarkeit für Heilung und Schutz, insbesondere auf den Migrationsrouten, zum Ausdruck gebracht wird.

Fuentes: Municipio de Loja (relato de la sequía de 1594 y la romería); Wikipedia en español, «Virgen de El Cisne»; Infobae (2025), «La historia de la Virgen del Cisne»; documento histórico de la diócesis de St. Petersburg (cronología de la coronación canónica de 1930 y Basílica Menor en 1980).

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